Perspektivwechsel

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Das musste sich Rainer einfach einmal näher anschauen! Als sein Gegner Alfred Stein im letzten Einzel des Abends ganze Eimer von Netz- und Kantenbällen über ihn schüttete, wechselte er beim Stand von 10:10 einmal kurz die Seite. Er musste einfach persönlich in Augenschein nehmen, wie es sich ansieht und -fühlt, Nasse in beliebiger Qualität und Quantität auf die andere Seite des Tisches zu schwemmen. Ob Rainer diesen authentischen Eindruck in seinem nächsten Spiel zur Steigerung der eigenen Nassenproduktion zu nutzen vermag, wird sich allerdings leider erst nächste Woche erweisen können.

Dieses Spiel war allerdings am gestrigen Abend nicht (allein) verantwortlich für die deutliche 4:9 Schlappe gegen unsere netten Nachbarn aus Hilden. Krankheitsbedingt mussten wir ohne die ersten Drei antreten. Und als dann auch noch Willi kurzfristig ausfiel, konnte es allenfalls um Schadensbegrenzung gehen, was alles in allem einigermaßen gelang.

In den Doppeln waren wir sogar überlegen und schickten die Gäste mit einem 1:2 Rückstand in die Einzel. Dort trumpfte dann Frank, der eigentlich trainieren wollte und erst 20 Minuten vor Spielbeginn erfahren hatte, dass er für Willi Metzlaff einspringen muss, in grandioser Form auf. Mit knallharten Rückhandbällen, die man sonst von nur von einem Frank im Trainingsmodus kennt, und einer überaus konzentrierten Leistung ließ er unserem ehemaligen Vereinsmitglied Thilo Beckershoff phasenweise kaum die Luft zum Atmen. Für Letzteren sind Spiele bei seinem Ex-Verein anscheinend ohnehin zumeist ein schlechtes Pflaster. Nach Franks Sahnevorstellung überlegte unser Mannschaftsrat noch während der Partie, ihn in Zukunft stets erst kurz vor Spielbeginn über seinen Einsatz zu informieren. Denn dann zeigt er keinerlei Nerven.

Den vierten Punkt steuerte Ersatzspieler Michael H. gegen Wolfgang Praetze bei. Wann immer beide Teams in den letzten Jahren gegeneinander spielten, trafen die beiden in Einzel und Doppel unfehlbar im direkten Duell aufeinander, in welchem Paarkreuz sie auch immer eingesetzt waren. Diesmal allerdings entwickelte sich dieses Duell überraschenderweise so einseitig wie noch nie.

Einen Perspektivwechsel nahmen unsere Gäste auch nach dem Spiel vor, als sie in großer Besetzung in unserer Stammkneipe aufkreuzten und mit uns noch einige Zeit in feuchtfröhlicher Runde über alte Tischtenniserinnerungen und neue -zeiten fachsimpelten.

Es spielten: Peeters/Pötschke 1:0, Gunia/Sachtleben 0:1, Stelter/Hamacher 1:0; Frank Peeters 1:1, Richard Pötschkke 0:2, Karl Gunia 0:2, Rainer Stelter 0:2, Leonard Sachtleben 0:1, Michael Hamacher 1:0.