Karl Reif

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Karl Reif ist, neben dem leider verstorbenen Pressewart Toni Gassen, einer der letzen beiden, noch im Verein verbliebenen, aktiven Gründungsmitgliedern. Der Verein wurde 1950 unter seiner Mithilfe gegründet. „Na ja“, berichtigte Karl, „so ganz richtig ist das nicht. Bereits 1907 wurde die DJK Unitas 07 gegründet.

Damals lag der Schwerpunkt allerdings auf den Sportarten Schlagball, Völkerball und Fußball. Fußball ist immer noch neben Tischtennis seine große Liebe. Damals spielte er in der A- und B-Jugend. Früher war es üblich, Fußballspiele gegen andere Tischtennisvereine zu spielen „und der Dieter (Oberscheidt) war der beste Torhüter in der ganzen Umgebung. Der hat alles gehalten, bis auf die Leichten“ weiß Karl zu berichten und kann sich dabei ein Grinsen nicht verkneifen. „Da wurden wir so manche Male beschissen, die anderen Spieler hatten gar keine Päße!“ 1950 wurde dann die DJK Unitas Langenfeld gegründet.

Karl „erlernte“ das Tischtennisspielen in der kath. Jugendbewegung in Immigrath. Von dort „wechselte“ er zum Verein, damals 1.Vorsitzender: Toni Gassen. 1952 begann er in der ersten Mannschaft, es folgte Aufstieg um Aufstieg. Nebenbei betreute er mit seinen damals 18 Jahren wie selbstverständlich die Jugendmannschaft!

Mit dieser Mannschaft wurde Karl 1975/76 in Essen 3. und im folgenden Jahr in Köln 2. der Westdeutschen Meisterschaft. „Leider fanden damals keine Eltern oder andere Vereinsmitglieder den Weg bis nach Köln, um uns zu unterstützen“, bedauert Karl. Heute, zurückblickend auf 25 Jahre Betreuertätigkeit, bezeichnet er das Jahr 1977 als seinen größten Erfolg: Die erste Mannschaft wurde Bezirksmeister und war somit für die Westdeutsche Meisterschaft qualifiziert, bei der man den 2. Platz erreichte. Gleichzeitig wurden die 2. Herrenmannschaft sowie die Mädchenmannschaft Kreismeister! Aber auch außerhalb der Halle war er (mit Unterstützung seiner Frau Maria) in der Jugendarbeit aktiv.

Um hier nur ein Beispiel zu nennen: Die Beiden wagten 1976 eine Tour mit über 40!!! Jugendlichen in eine Herberge in Altenahr. „Das war ein Akt…..das würde ich heute nicht mehr machen, aber wenn man jung ist…..heute denkt man halt nach…“, erzählt Maria lachend. Von Dieter Oberscheidt erfahren wir noch, dass auf einer früheren Vereinsfahrt nach Kopenhagen (das Jahr ist ihm leider entfallen) sich Karl und Maria auf einer Parkbank verlobt haben.

Seit 30 Jahren nimmt er an allen Aktivitäten mit unserer Partnerstadt Senlis teil. „Das gehört doch zum Vereinsleben dazu“, lächelt Karl.

Seine ehrenamtliche Tätigkeit als Betreuer übte er bis ca. 1980 aus. Eine Geschichte aus dieser Zeit erzählt er immer wieder gerne: „Ich mußte sogar bei zwei Pfarrern vorstellig werden, um die Jugendlichen vom Konfirmantenunterricht zu befreien, damit sie am Samstag Tischtennisspielen konnten.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Manchmal hatte ich sogar Erfolg!“ Stolz berichtet er weiter: „Volker Maeder (heute: SC Germania Reusrath ) hat unter meiner Betreuung nur ein einziges Spiel verloren!“

Danach stand er dem Verein weiterhin als Fahrer für die Jugend und gelegentlicher Betreuer zur Verfügung. Häufig traf man ihn in letzter Zeit bei Heim -und Auswärtsspielen der 1. Herrenmannschaft an, wo er immer einen guten Rat oder ein motivierendes Wort für „verzweifelte Spieler“ parat hatte.

Mit 60 Jahren stand er das letzte Mal beim Fußballturnier in St. Valentin (Südtirol) für die Unitas auf dem Platz. Aufgrund von Krankheit mußte Karl leider eine gewisse Zeit sportlich pausieren. Seit einiger Zeit läßt er es jedoch wieder an der Platte krachen. Neue Sportschuhe und der neuen Tischtennisschläger sollen ihn unterstützend behilflich sein zu alter Spielstärke zu finden!

Ein persönlicher Kommentar:

„Wenn Karl in seinen Erinnerungen schwelgt, merkt man, daß er sich gerne an die vergangene Zeit erinnert. Schön war die Zeit, als er „seine“ Jugendlichen von Erfolg zu Erfolg führte und in jeder Halle per Handschlag begrüßt wurde. Heute gerät diese Engagement für den Verein leider manchmal in Vergessenheit, so daß es für uns eine Ehrensache ist, Karl Reif diese Zeilen zu widmen.“