Tischtennis-Drama: TTG steigt doch noch direkt ab

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Der Aufsteiger führte in Brühl mit 7:2, holte dann aber nur ein 8:8 und rutschte auf den vorletzten Platz ab.

Es war ein sportlicher Alptraum, den der Tischtennis-NRW-Ligist TTG Langenfeld wohl nicht mehr vergessen wird. Beinahe über die gesamte Spielzeit stand er auf dem Relegationsplatz zehn, der eine Rest-Chance auf den Klassenerhalt gebracht hätte. Doch jetzt kam Langenfeld am letzten Spieltag beim TTC BW Brühl-Vochem trotz einer 7:2-Führung nicht über ein 8:8 hinaus. Weil gleichzeitig der TuS Wickrath gegen die TTG Netphen mit 9:2 gewann, rückte er auf Rang zehn vor (15:29 Punkte) und spielt nun die Relegation. Der Elfte Langenfeld (14:30) und das Schlusslicht TV Erkelenz (2:42) steigen direkt ab.

Die Enttäuschung der TTG war riesig. „Wir können mit der Saison natürlich überhaupt nicht zufrieden sein, weil wir den Klassenerhalt als unser großes Ziel verfehlt haben. Darüber sind wir alle sehr traurig. Heute bin ich aber mit unserer guten Mannschaftsleistung zufrieden, sodass wir uns würdig verabschieden konnten“, sagte Teamsprecher Stefan Boll. Erst in der vergangenen Spielzeit war der TTG der Aufstieg aus der Verbandsliga in die NRW-Liga gelungen.

Boll verspürte auch ein Gefühl der Ohnmacht: „Leider sind nicht alle Mannschaften mit der nötigen Fairness an die Sache gegangen. Vor Brühl ziehe ich den Hut, weil sie alles gegeben haben. Dagegen reiste Netphen ohne seine Nummer eins und Nummer drei nach Wickrath.“ Auf der anderen Seite wissen die Langenfelder aber genau, dass sie die Klasse hätten halten können – wenn sie nicht das Duell mit Wickrath am vorletzten Spieltag mit 7:9 verloren hätten.

Nach den Doppeln führte die TTG in Brühl mit 2:1 und nach den ersten vier Einzeln mit 6:1. Nachdem die Hausherren auf 2:6 verkürzt hatten, gewann Thomas Otto zum 7:2. Weil die Gäste nun jedoch den Faden verloren, holten die Gastgeber auf – 7:5. Mit dem 8:5 von Pascal Kampa hatte die TTG dann den Erfolg dicht vor Augen. Doch es kam anders, denn der TTC holte sich die folgenden Einzel – 8:7. Weil Nils Rautenberg/Kampa im Schlussdoppel keine Chance hatten (1:3), sprang für die Gäste tatsächlich nur ein 8:8 heraus.

Trotz aller Emotionen bemühte sich Boll um Sachlichkeit: „Am Ende hatten wir keine wirkliche Chance auf einen Sieg und das Unentschieden ist leistungsgerecht. Wir haben erneut eine tadellose Leistung gebracht.“ Die TTG konnte – wie so oft – einem klar stärker scheinenden Gegner Paroli bieten, doch die Überraschung gelang ihr abermals nicht. Der sportliche Alptraum war die logische Folge und Langenfeld wird ihn wohl nicht mehr vergessen.

Es spielten: Nils Rautenberg/Pascal Kampa 1:1, David Nüchter/Björn Märtin 0:1, Stefan Boll/Thomas Otto 1:0, Nüchter 1:1, Rautenberg 1:1, Boll 1:1, Kampa 2:0, Otto 1:1, Märtin 0:2.